Die französische Sprache (frz. la langue française) zählt zu den romanischen Sprachen, die ihrerseits ein Zweig der indogermanischen Sprachfamilie sind. Zu den romanischen Sprachen gehören - neben dem Französischen - das Spanische, das Italienische, das Portugiesische, das Rumänische und einige regional gesprochene Sprachen wie beispielsweise das Katalanische (in Teilen Spaniens, Italiens und Südfrankreichs) oder das Rätoromanische ( in Teilen der Schweiz). Sie haben sich allesamt aus dem gesprochenen (Vulgär-) Latein entwickelt, nicht zu verwechseln mit dem schriftlichen Hochlatein, wie wir es auch heute noch in den Schulen lernen.
So verschieden die romanischen Sprachen sind, so verbunden sind sie miteinander durch ihre gemeinsame lateinische Wurzel. Am Beispiel der Zahl "fünf" lässt sich das eindeutig erkennen:
| Latein | quinque |
| Französisch | cinq |
| Spanisch | cinco |
| Italienisch | cinque |
| Portugiesisch | cinco |
| Rumänisch | cinci
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Doch zurück zur französischen Sprache. Sie entfernte sich im Laufe der Zeit lautlich und von ihrer Struktur her immer weiter von der keltisch-lateinischen Basis und galt ab dem 9. Jahrhundert als eigenständige Sprache. Im Laufe ihrer Entwicklung hat sie keltische (z. B . le mouton - das Schaf oder la galoche – die Holzpantine) wie auch germanisch Ausdrücke aufgenommen (z.B. danser – tanzen oder la vague – die Welle aus den Wikingersprachen). Auch das Arabische hat seine Spuren hinterlassen (z.B. le baroud – der Kampf).
Bemerkt werden kann, dass das Französische keineswegs ein “Abfallprodukt“ des Keltischen ist, und gleichermaßen lässt sich seine Entwicklung zusammenfassen: in Gallien tritt das Vulgär-Latein an die Stelle der einheimischen Sprache, des Keltischen, woraus sich in einem langsamen und vorsichtigen Umwandlungsprozess eine neue Sprache entwickelt, nämlich die romanische Sprache, gespickt mit Fremd-Worten.
Aus dieser romanischen Sprache, die je nach Region variierte, entwickelte sich ein Hauptdialekt, der nach und nach die anderen verdrängte und im 15. Jahrhundert schließlich zur Langue Française wird.
Die Geschichte der französischen Sprache lässt sich dann auch grob in drei Perioden einteilen:
Das Altfranzösische (L’ancien français), 842 - ca. 1300:
Der älteste französische Text sind die "Sermants de Strassbourg" (Straßburger Eide) aus dem Jahre 842. Die Geschichte der französischen literarischen Sprache begann mit den "Chansons de Geste" Lieder bzw. Geschichten über die Helden der Kreuzfahrer während des Reiches von Karl dem Großen (747-814).
Das Mittelfranzösische (Le moyen français), ca. 1300 - ca. 1500:
1539 wurde schließlich ein Gesetz, welches als "Ordinance de Villers-Cotterêts" bekannt ist, eingeführt, danach musste im Amts- und Verhandlungswesen Latein durch Französisch ersetzt werden. Dies war sozusagen die erste Staats-Aktion bezüglich des Französischen.
Das Neufranzösische ab ca. 1500:
Es folgte eine stetige Verfeinerung und 'Reinigung' der Sprache, bis zum sogenannten klassischen Französisch. Letztendlich ist das von Experten so genannte "moderne Französisch" dasjenige, welches ab dem 17. Jahrhundert bis heute verwendet und durch die 1634 gegründete Académie Française kontrolliert wird. In dieser Zeit verbreitete sich die einheitliche französische Schriftsprache in ganz Frankreich.
Vom 17. Jahrhundert bis in das 19. Jahrhundert hinein galt Französisch auch als Hochsprache: Es war die anerkannte Sprache der europäischen Kulturelite, besonders in Literatur und Kunst und in königlichen und adligen Kreisen. Sie war auch die Sprache der Diplomatie. Zugleich etablierte Frankreich als einflussreiche Kolonialmacht das Französische in seinen Kolonialgebieten, weshalb bis heute in zahlreichen Ländern, auch nach deren Unabhängigkeit, rund um den Globus französisch gesprochen wird.
Ab dem 20. Jahrhundert und insbesondere an dessen Ende hielten immer mehr englische Worte Einzug in die französische Sprache, sowohl technisches Vokabular (le bulldozer, le car) wie auch alltägliches (le weekend; le ticket; le football) und Mischformen (le cédérom, l'internaute).
In aktuellen französischen Wörterbüchern findet man mehr als 2500 Wörter, die aus dem Englischen übernommen wurden. Es gibt in Frankreich jedoch eine starke Tendenz, stärker als in Deutschland, die Anzahl der Anglizismen in der französischen Sprache so gering wie möglich zu halten, so sagt man (wieder) l'ordinateur (statt computer) oder courrier électronique (statt e-mail), also anders als im Deutschen übersetzt man direkt aus dem Englischen ins Französische, was ja durchaus Charme hat. Die Academie Française entscheidet, welche englische Vokabel ins Französische aufgenommen wird, und wehe dem Radio- oder Fernsehmoderator, der ein englisches Wort benutzt wofür es ein von der Academie française benanntes französisches Wort gibt!







