Leider ist die englische Sprache nicht immer transparenter und leichter zu erlernen als die deutsche. Das Englische bietet nämlich die Möglichkeit, die Zukunft – je nach der Intention der Aussage – mithilfe 5(!) verschiedener Konstruktionen abzubilden. Beherrscht man jedoch erst einmal die Feinheiten, lässt sich eine zukünftige Handlung damit deutlich genauer bestimmen.
Nehmen wir zum Beispiel den essentiellen deutschen Satz:
Ich werde essen.
In Ordnung, manche ungenaue Zeitgenossen benutzen auch gerne Konstruktionen wie: „Morgen gehe ich essen.“ (Präsens)
Auf Englisch haben wir für diese Aussage folgende Möglichkeiten.
I will eat.
Will-Future
I’m going to eat.
Going-to-Future
I will be eating
Future Progressive
I eat
Simple Present mit futuristischer Bedeutung
I’m eating
Present Progressive mit futuristischer Bedeutung
Um die Feinheiten systematisch zu verstehen, werden im Folgenden alle Futurzeitformen auf ihre Bedeutung, Bildung und Verwendung untersucht werden.
Will-Future
Bildung
„Will“ bedeutet nicht „wollen“. Wenn wir uns hingegen vorstellen, dass dieses kleine Hilfsverb dem deutsche „werden“ entspricht, wird es einfach:
Tom wird fliegen -> Tom will fly
HV Infinitiv HV Infinitiv
Das will-Future wird also gebildet, indem dem Infinitiv des Prädikats das Hilfsverb „will“ vorangestellt wird. Dieses Hilfsverb dient auch der Fragebildung und Verneinung. Bei der Verneinung hat der jahrelange Kaugummikonsum in der linguistischen Evolution der englischen Sprache seine Spuren hinterlassen: So wird aus der Verneinung von „I will chew.“ nicht etwa nur ein – grammatikalisches korrektes – „I will not chew.“, sondern kann ebenso „I won’t chew.“ heißen.
Bedeutung und Verwendung
Das will-Future wird verwendet, um eine persönliche Meinung, Vermutung oder eine [ungefähre] Vorhersage zu treffen. Es dient ebenso der Darstellung einer Bitte oder eines Versprechens. Wichtige Signalwörter, die zur Anwendung des will-Future raten, sind: perhaps, probably, maybe, I hope, I suppose etc.
Unabdingbar notwendig ist das will-Future für die Bildung des Conditional 1 [Bedingungssätze 1. Grades], da dort im Hauptsatz die zukünftige Folge eines wahrscheinlichen, in der Gegenwart eintretenden Ereignis’ abgebildet wird.
Examples:
I expect, that I will have a headache tomorrow. (Vorhersage)
Will you send him the letter? I’ll do. (Bitte/Versprechen)
If the weather is fine, we’ll make a boat trip.
Going to-Future
Verwendung
Sinn und Zweck des going to-Futures ist es, feste Absichten, Pläne, Vorhaben etc. zu beschreiben, die in der Zukunft stattfinden werden. Ebenso wird verwendet, wenn wir sicher sein können, dass ein [nahes] Ereignis bevorsteht.
Example:
I’m going to visit my grandma tomorrow. Der Zeitpunkt des Besuches steht fest; sodass auch das Vorhaben gesichert ist.
Bildung
Freunde der exzessiven Nutzung von Hilfsverben dürften beim going to-Future voll auf ihre Kosten kommen. Es aus dem konjugierten Präsens des Hilfsverbs „to be“, der Formel „going to“ sowie dem Infinitiv des eigentlich zu konjugierenden Verbs gebildet.
be + going to + Infinitiv = going to-Future
Die Übersetzung dieser Formel würde in etwa dem deutschen Konstrukt „Ich habe die Absicht, etwas zu tun“ oder „Paul sich vorgenommen jenes zu tun“ nahe kommen. „Wir werden etwas tun“ ist ungenau, weil es so ja auch im will-Future übersetzt werden könnten.
Das Hilfsverb „to be“ dient der Verneinung und bildet zusammen mit „going to“ die Verbklammer um das Subjekt bei der Fragebildung.
We aren’t going to visit our grandmother tomorrow.
[Why] isn’t my brother going to visit her?
Aufgepasst: Bei den Verben „come“ und „go“ verwenden wir besser das Present Progressive; das hat sich linguistische etabliert und klingt schöner.
We’re going to come home midnight. -> We’re coming home midnight.








